10. Dezember – Wir schenken uns nichts …

Meme: Das durchschnittliche "Wir schenken uns nichts." liegt in diesem Jahr bei 52,83 €. byEinstueckkaese

… und das hat 52,83 Euro gekostet. Aller Absprachen zum Trotz lassen es sich die wenigstens nehmen, nicht doch eine Kleinigkeit zu besorgen. Und man selbst steht womöglich ohne Geschenk da. Wie kann es anders gehen?

Gerade in Familien trifft der Wunsch nach einem geschenkfreien Fest auf unterschiedliche Reaktionen: Einige atmen dankbar auf, weil sie weniger besorgen müssen. Andere sind enttäuscht, weil sie sich bereits Gedanken gemacht haben, wem sie was schenken wollen. Und wieder andere ignorieren den Wunsch von vornherein: „Es ist doch schließlich das Fest der Liebe …“

Kommen nicht auch die Weisen mit Geschenken zu Jesus an die Krippe? Wobei auch sie kräftig daneben lagen: Was will ein Kind bzw. die frischgebackenen Eltern mit Gold, Myrre und Weihrauch? Wären warme Kleidung, etwas Essbares oder ein Reisegutschein nach Ägypten nicht sinnvoller gewesen?

Prinzipiell ist die Vereinbarung sich nichts zu schenken sehr sinnvoll. Man spart Zeit, Geld und Nerven. Doch irgendwie wollen wir unseren Lieben zeigen, dass wir sie lieben, dass wir an sie gedacht haben und dies mit einem Geschenk ausdrücken. Was sind Alternativen?

Mein Wunschzettel

Der klassische Wunschzettel: Gerade für Kinder ist dies sinnvoll, wenn Eltern für sie eine konkrete Liste für Großeltern, Onkel und Tanten usw. erstellen. Dann werden Doppelungen vermieden und die Kinder bekommen, was sie sich tatsächlich wünschen bzw. was sie benötigen. Die Familie ist zufrieden und kann sich an den leuchtenden Kinderaugen beim Geschenkaufmachen erfreuen.

Wenn die Verwandtschaft gar zu großzügig ist, so dass die Kinder womöglich unter Geschenkebergen begraben werden, kann die Regel „maximal ein Geschenk pro Haushalt für ein Kind“ sinnvoll sein.

Auch für Erwachsene kann ein Wunschzettel helfen, ungeliebte Geschenke zu vermeiden. Indem ich klar sage, was ich mir wünsche. Wer die anderen nicht zu Wunschautomaten degradieren will, nennt nicht das genaue Produkt samt Preis und Marke, sondern spricht die Expertise des Schenkenden an. „Ich wünsche mir einen neuen Mixer. Du kochst doch so gerne, du findest bestimmt einen passenden für mich.“

Wichteln: Jede:r nur eins

Gerade in großen Familien bietet sich das Wichteln an. Alle Namen werden auf Zettel geschrieben. Jede:r zieht einen und beschenkt diese Person. Am besten macht ihr auch ein Preislimit für ein ausgewogenes Schenken aus. So kannst du dich einer Person widmen und musst nicht für alle was besorgen.

Im Freundeskreis ist auch Schrottwichteln beliebt. Es kann gern auch nach Weihnachten stattfinden. Jede:r verpackt ein Geschenk, was er:sie als unnütz oder überflüssig erachtet. Dann wird reihum gewürfelt. Wer eine Sechs hat, darf sich ein Päckchen nehmen. Sind alle verteilt, werden sie aufgemacht. Meist findet so ein ungeliebtes Geschenk doch noch eine:n dankbare:n Abnehmer:in und wenn nicht, war es zumindest ein großer Spaß.

Selbstgemachtes und Mitgebrachtes

Immer eine gute Idee sind selbstgemachte Geschenke: Ob Sirup, Socken oder Schmalzgebäck. Jede:r bringt nach seinen:ihren Fertigkeiten etwas mit und die Geschenkefülle wird nach und nach aufgebraucht.

Ist eine gemeinsame Feier geplant, kann man statt individueller Geschenke auch eine Mitbring-Feier vereinbaren. Der eine bringt die Vorspeise mit, die Gastgeber bereiten den Hauptgang zu, andere besorgen Getränke, Deko usw. Über eine online Mitbringliste https://bringabottle.de lässt sich das schnell organisieren.

Ideelles statt Reelles

Eine Spende für einen guten Zweck ist eine Möglichkeit, anderen mitzuteilen, worüber man sich freuen würde. Vielleicht hast du ein Projekt, das dir am Herzen liegt, oder du unterstützt bereits einen Verein. Dann teile dies der Familie und Freund:innen rechtzeitig mit, dass du lieber eine Spende dafür sehen würdest als ein Geschenk an dich persönlich.

Im Sinne der Aktion Zeit statt Zeug kann vereinbart werden, dass nur Aktivitäten statt Dinge verschenkt werden. Also Zoobesuch statt Stofftier, Kino statt DVD usw.

Egal, wie du dich entscheidest. Manchmal hilft nur, ein Notfallgeschenk in der Tasche zu haben, z.B. eine Schachtel Pralinen oder ein Päckchen Tee. So stehst du nicht mit leeren Händen da, wenn Tante Auguste dir doch ein Geschenk besorgt hat.

Bettinas Wunsch nach weniger Süßkram für die Kinder endete jahrelang mit einem Fondue aus Schoko-Weihnachtsmännern.

Wie sieht es bei dir aus? Was verschenkst du gerne? Worüber freust du dich? Welche Geschenke magst du gar nicht?

Schreibe einen Kommentar.

One thought on “10. Dezember – Wir schenken uns nichts …

  1. Oder gewöhne dir an, dass „geschenkt bekommen“ nicht bedeutet, dass du auch was schenken musst.
    Bedanke dich artig oder mit echter Freude und lerne auszuhalten, dass du nichts zum gegenschenken hast.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.